Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

29. Juni 2017
Lehrermangel

Christoph Degen: Hessischer Lehrermangel kommt nicht von ungefähr

Als „Buchungstrick erster Güte“ hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Christoph Degen, in der heutigen Debatte zur Arbeitsmarktsituation von Lehrkräften die Bedingungen an den hessischen Schulen bezeichnet. Degen sagte am Donnerstag im Hessischen Landtag: „Viele Stellen sind nicht besetzt oder in einem nicht unerheblichen Ausmaß mit Menschen besetzt, die nicht für das Unterrichten ausgebildet sind. Es gibt nicht genug Weiterqualifizierung, etwa für Quereinsteiger, viel zu viele befristete Arbeitsverträge und eine viele zu hohe Ferienarbeitslosigkeit an den Schulen.“

Der Lehrermangel komme daher nicht von ungefähr und sei auch durch die Arbeitsbedingungen und fehlende Wertschätzung durch die schwarz-grüne Landesregierung hausgemacht. Zu viele Lehrkräfte wanderten in andere Bundesländer ab.

„Hessen vorn, das war einmal. Vorne ist Hessen zusammen mit Baden-Württemberg bundesweit bei Lehrerarbeitslosigkeit in den Sommerferien. Das Land ist für Lehrerinnen und Lehrer kein attraktiver Arbeitgeber mehr. 6.000 Lehrkräfte schleppen sich von Jahr zu Jahr von einem befristeten Vertrag zum nächsten. Rund 1.000 Lehrkräfte werden vor den Sommerferien entlassen, um nach den Ferien weiter beschäftigt zu werden. Diese Lehrkräfte müssen auch in den Ferien bezahlt werden. Das nicht zu tun, ist unsozial“, so der Bildungsexperte.
Die hohe Personalfluktuation rund um die Sommerferien verhindere eine stabile Lehrer-Schüler-Bindung. Auf eine gerechte Bezahlung an Grundschulen warteten die Lehrkräfte seit Jahren vergeblich. Schlechte Arbeitsbedingungen, Nullrunden und Lohndiktate in den letzten Jahren hätten die Attraktivität, an hessischen Schulen zu unterrichten, nicht gesteigert. Degen forderte die Landesregierung auf, die unsoziale Praxis bei Kettenverträgen und der Sommerferienarbeitslosigkeit abzustellen, um somit die Unterrichtsqualität an den Schulen zu verbessern.

Christoph Degen

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