Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

18. Januar 2017

Bildungspolitik

Christoph Degen: Wo bleibt das neue Konzept für die Lehrerfortbildung und die Schulevaluation?

Kultusminister Lorz (CDU) hat heute seine Pläne für die Neuausrichtung der Fortbildung von Lehrkräften, zur Beratung von Schulen sowie zur Schulevaluation vorgestellt.
Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Christoph Degen, begrüßte, dass der Minister überhaupt etwas vorgelegt habe, „er hat uns ja lange genug warten lassen“. Allerdings, so Degen, sei das Konzept schwach. Die Beratungs- und Fortbildungslandschaft für hessische Lehrkräfte sei und bleibe ungenügend.

Degen sagte: „Schon bei den Beratungen zum Haushalt 2015 und 2016 hat die SPD die Abschaffung der bisherigen Schulinspektionen und eine Neukonzeption zur Stärkung der Schulentwicklung gefordert. Dafür, dass die Landesregierung so lange mit ihren Plänen hinter dem Berg gehalten hat, ist das Ergebnis doch sehr ernüchternd. Fortbildung und Beratung waren noch nie ein Selbstzweck. Sie sind wichtig und notwendig, um die Bildungs- und Unterrichtsqualität zu halten und zu steigern. Solange das schulische Fortbildungsbudget pro Stelle seit Jahren unverändert bei mageren 40 Euro liegt, gibt es keinen Grund zu feiern.“

Der Abbau und die Schwächung der Bildungsverwaltung und vor allem der Lehrerfortbildung der letzten Jahre würden mit der Neukonzeption längst noch nicht kompensiert, so Degen. Der Kultusminister selbst habe klarstellt, dass es bei der Neuausrichtung nicht um eine Entlastung der Lehrkräfte gehe, sondern allein um die Einführung einheitlicher Standards sowie um Beratungsbedarf der Schulen, der offenbar bislang nicht im Fokus der Regierung stand. „Die SPD-Fraktion begrüßt zusätzliche Unterstützungsangebote für Schulen, hält es aber für fragwürdig, ob diese ausreichen“, sagte Degen.
Besonders bemerkenswert sei, so der SPD-Bildungsexperte, dass die Landesregierung erstmals einen massiven Zuwachs an Aufgaben und Anforderungen für die Schulen und Lehrkräfte eingestehe. „Lehrkräfte brauchen Entlastungen, faire Bezahlung und müssen ernst genommen werden. Neue Checklisten und Bilanzierungsbögen sind sicherlich die falsche Antwort. Die Schulen im Land brauchen mehr als warme Worte, wenn sie die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen pädagogisch meistern sollen. Die SPD-Fraktion hat gerade zur massiven Belastungen und Befristungen in der Arbeitswelt Schule eine Große Anfrage in den Landtag eingebracht“, so Degen. Hier liege neben einer angemessenen Lehreraus- und -fortbildung der Schlüssel zur Steigerung der Unterrichtsqualität.

Christoph Degen

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