Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

21. Juni 2016
Ganztagsschulausbau

Christoph Degen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Den heute von Kultusminister Lorz vorgestellten weiteren Ausbau der Ganztagsangebote an Schulen hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen wie folgt kommentiert: „Ganztagsschulen verbessern Bildungschancen und sind Voraussetzung für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb wollen 30 Prozent der Eltern in Deutschland auch echte Ganztagsschulen und nicht bloß eine nachmittägliche Verwahranstalt. Von einem bedarfsdeckenden Angebot ist Hessen noch weit entfernt. Die auf Initiative der SPD zusätzlich in den Haushalt eingestellten Mittel für Ganztagsschulen hellen die grottenschlechte Bilanz des Landes endlich ein wenig auf. Das ist ein kleiner Anfang, aber noch lange kein Durchbruch. Bei drei echten neuen Ganztagsschulen pro Jahr bräuchte Hessen rund 380 Jahre bis alle Grundschulen echte Ganztagsschulen wären.

Die nun vorgelegten Zahlen des Ministers beeindruckend zu nennen, wäre Schönrednerei. Beim derzeitigen Ausbautempo von zusätzlichen 45 Pakt-Schulen pro Schuljahr werden wir in rund 20 Jahren, zwar Betreuungsprobleme an Grundschulen beseitigt haben. Damit ist dann noch keine einzige echte Ganztagsschule entstanden. Der Pakt für den Nachmittag bleibt eine Mogelpackung und bringt Chancengleichheit keinen Schritt voran.

Wir brauchen, wie von uns gefordert, mehr Anstrengungen bei Ganztagsgrundschulen und mehr weiterführende Schulen im Ganztagsschulprogramm, damit eine deutliche Veränderung eintritt. Die Landesregierung muss sich klar zu echten Ganztagsschulen bekennen und einen Ausbauplan mit Zielmarken vorlegen. Freiwilligkeit und Beteiligung von Schulen und Schulgemeinden an diesem Prozess sind Grundvoraussetzungen dafür, dass es zügig weitergeht. Zudem brauchen die Schulen echte Anreize und eine angemessene personelle Ausstattung. Ein wenig mehr Pakt macht noch lange keine echte Ganztagsschule.“

Christoph Degen

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