Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

24. Mai 2016
Pakt für den Nachmittag

Pakt für den Nachmittag bleibt Mogelpackung – Böckel und Degen befürworten echte Ganztagsschulen

Anlässlich der jüngsten Diskussionen im Kreis bezüglich der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen stellen die bildungspolitische Sprecherin der SPD Kreistagsfraktion, Uta Böckel, und der Landtagsabgeordnete sowie Vorsitzende der SPD Main-Kinzig, Christoph Degen, fest: Der „Pakt für den Nachmittag“ ist und bleibt eine Mogelpackung.

„Der große Bedarf der Eltern an Nachmittagsangeboten für ihre Kinder im Kreis ist bekannt“, so Böckel, jedoch gibt sie zu bedenken, dass durch den Eintritt in den Pakt für den Nachmittag das Land noch mehr Kosten auf die Kommune abladen kann. Zudem stelle der Pakt kein geeignetes Modell dar. „Pakt-Schulen sind keine Ganztagsschulen, sondern lediglich Schulen mit nachmittägigen Angeboten, für die Eltern außerdem noch tief in die Tasche greifen sollen“, kritisiert Degen. Nicht ohne Grund, treffe das Programm in Hessen nach wie vor nur auf eine dürftige Nachfrage. „Schulen mit Nachmittagsangeboten sind zudem kein Ersatz für die schulische Förderung an echten Ganztagsschulen“, sind sich die beiden Politiker einig. Erst das Verteilen von Lernangeboten auf Vor- und Nachmittag und die Rhythmisierung von Zeiten, in denen gemeinsam und individuell gelernt wird sowie auch bereits Hausaufgaben erledigt werden, mache den Unterschied zu Paktschulen aus. Die Landesregierung habe es schlicht versäumt, den Ausbau des Ganztagsangebots für eine Qualitätssteigerung des Unterrichts zu verwenden. Nur zusätzlich zum Pflichtunterricht des Vormittags einfach noch Betreuung, Hausaufgabenhilfe oder Freizeitangebote am Nachmittag anzubieten, helfe nicht mehr Zeit zum Lernen zu schaffen. Da am Nachmittagsangebot nur ein Teil der Vormittagsgruppe teilnimmt, kann der Unterrichtsalltag nicht neu rhythmisiert werden. Dies gelingt nur Ganztagsschulen in der gebundenen oder teilgebundenen Form.
Studien zeigten zudem, dass an gebundenen Ganztagsschulen der Anteil der Kinder, die am Bildungssystem scheiterten, deutlich geringer sei, die Zahl der Sitzenbleiber gegen null tendiere, und die Lernergebnisse deutlich besser seien. „Ganztagsschulen sorgen für mehr Chancengleichheit, da der Lernerfolg nicht von der Förderung und Begleitung des Elternhauses abhängt, sondern alle Kinder gleichermaßen erreicht“, so Degen.
„Wir sind für den ganztägigen Ausbau von Schulen, am besten zu echten Ganztagsschulen und stellen als Schulträger die baulichen Voraussetzungen. Für die anstehenden Koalitionsverhandlungen erwarten wir ein klares Bekenntnis zum Ausbau unserer Schulen im Main-Kinzig-Kreis zu Ganztagsschulen, dort wo ein Ausbau von den Schulgemeinden gewünscht ist“, so die SPD-Politiker. „Aber das Land muss ebenso seiner Verantwortung gerecht werden. Die hessische Verfassung gibt vor, dass der Unterricht an unseren Schulen unentgeltlich sein muss. Alles andere würde bedeuten, dass – wie es der Pakt für den Nachmittag vorsieht – die einen sich die Nachmittagsbetreuung und -beschulung leisten können und die anderen nicht.“

Christoph Degen

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