Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

12. Juni 2015
Ganztagsschulen

Christoph Degen: Koalition lehnt SPD-Antrag zum Ganztagsschulausbau ab – Verhindern anstatt Ermöglichen von Schwarz-Grün

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen hat die Ablehnung des SPD-Antrags für einen flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Ausbau von Ganztagsschulen in Hessen im Kulturpolitischen Ausschuss des Landtags kritisiert. „Ein Ganztagsschulausbau im Schneckentempo erwartet Hessen auch unter Schwarz-Grün. Die Absichtserklärungen seitens der Koalition den Ausbau echter rhythmisierter Ganztagsschulen jetzt ernsthaft in Angriff zu nehmen, ist offenbar nicht mehr als Augenwischerei, um im Rahmen der Bildungsgipfelberatungen Kompromissbereitschaft vorzutäuschen“, sagte Degen in Wiesbaden.

Der SPD-Abgeordnete bedauere, dass sich die Koalition nicht einmal dazu durchringen konnte, wenigstens Passagen des SPD-Antrags zuzustimmen, um zu verdeutlichen, dass sie den Ausbau tatsächlich wolle. Statt das Angebot an Ganztagsschulen zügig zu verbreitern, schwinge die CDU erneut die ideologische Keule und rede den Bedarf klein, um die Versäumnisse der Vergangenheit zu überspielen und Schulentwicklung zu verhindern. „Der SPD geht es darum, den Schulen, die sich im Rahmen der hessischen Ganztagsschulrichtlinie weiterentwickeln wollen, dies auch zu ermöglichen. Schulen brauchen realistische Perspektiven hin zu gebundenen oder teilgebundenen Ganztagschulen“, so der bildungspolitische Sprecher.

Auf die Kompromissbereitschaft der SPD über das Ausbautempo und die Zahl der Schulen, denen dies jährlich verbindlich ermöglicht werden solle, zu reden, seien weder CDU noch Grüne eingegangen. „Unser Angebot sich über konkrete Zahlen für den Ausbau zu verständigen, wurde rigoros abgelehnt. Die Koalition ist scheinbar zufrieden damit, dass gerade einmal fünf von über 1.000 Grundschulen echte Ganztagsschulen sind und nicht ein einziges öffentliches Gymnasium in Hessen ein solches Angebot vorweisen kann.“ Das sei unverantwortlich im Hinblick darauf, allen Kindern gleiche Bildungschancen von Anfang an zu bieten. Es sei Aufgabe des Landes, ein Bildungsangebot zu schaffen, das mehr individuelle Förderung bietet und Chancengleichheit in ganz Hessen herstellt“, so Degen.

Der SPD-Antrag sehe klipp und klar vor, dass der Ausbau auf freiwilliger Basis erfolge und Eltern durch eine zügige Aufstockung des Angebots an echten Ganztagsschulen überhaupt die Chance erhalten, zwischen unterschiedlichen Ganztagsangeboten in offener und gebundener Form zu wählen. CDU und Grüne seien im Ausschuss ihrer Linie treu geblieben, den Eltern lediglich Betreuungsangebote durch Hortangebote in Kindertagesstätten oder mit Unterricht garnierter Hortbetreuung an Schulen anzubieten. „Mit einem Pilotprojekt in einigen Regionen lediglich ein Betreuungsangebot an Schulen zu schaffen, ist keine Alternative zu Schulen mit durchdachten und altersgerechten Rhythmisierungskonzepten, die auch die Umsetzung inklusiver Beschulung fördern, indem sie bessere Lern- und Arbeitsbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler schaffen“, sagte Degen.

Christoph Degen

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