Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

20. März 2015
KMK- und HRK-Empfehlung

Christoph Degen: Schule der Vielfalt – Hessen hinkt bei Inklusion in der Lehrerbildung hinterher

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen hat heute in Wiesbaden das Bekenntnis der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu einer „Schule der Vielfalt“ begrüßt. „Der Glaube, es gebe Schulklassen, in denen alle den gleichen Unterrichtsstoff in der gleichen Zeit lernen, war schon immer ein Irrtum. Kinder lernen unterschiedlich und sie lernen unterschiedlich schnell. Nur die Spannbreite der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen hat, verstärkt durch den Ausbau schulischer Inklusion, in den letzten Jahren zugenommen.“

Die Empfehlungen von KMK und HRK, angehende Lehrkräfte besser auf die Herausforderungen durch eine vielfältige Schülerschaft vorzubereiten und die im Beruf befindlichen Lehrkräfte und Schulleitungen verstärkt fort- und weiterzubilden, seien daher absolut richtig und die Umsetzung in Hessen längst überfällig. „Würde das Land seine Lehrkräfte in Aus- und Fortbildung besser auf die Herausforderungen inklusiver Beschulung vorbereiten, käme der Ausbau der Inklusion auch besser voran“, betont Degen.

„Individuelle Förderung ist ein Schlüssel zum Abbau von Chancenungleichheit im Bildungswesen, der Umgang mit Vielfalt ist gewinnbringend.“ Die SPD-Fraktion unterstütze daher die Weiterentwicklung von Schulen zu Schulen der Vielfalt und bringe dies durch parlamentarische Initiativen zum Ausdruck. Die Landesregierung hingegen, verkünde gerne viel, tue aber wenig, damit Lehrerinnen und Lehrer das Potential des gemeinsamen Lernens im Unterricht ausschöpfen könnten. Die Antwort der Landesregierung auf eine SPD-Anfrage betreffend Inklusion in der Lehrerbildung (Drucksache 19/787) sei von Platzhaltern und Ankündigungen durchsetzt. „Nach 30 Jahren Erfahrung im gemeinsamen Unterricht und sechs Jahre nach dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ist dies mehr als ein Armutszeugnis für die Landesregierung“.

Die Landesregierung räume in ihrer Antwort ein, dass an der Goethe-Universität Frankfurt in den letzten Jahren mehrere Professuren am Institut für Sonderpädagogik nicht besetzt und keine speziellen Professuren zu inklusionspädagogischen Fragestellungen im Bereich der Lehrerbildung an der Universität Kassel gewidmet seien. Spezifisch inklusionspädagogisches Wissen werde bisher nur punktuell vermittelt. „Inklusionspädagogische Kompetenzen müssen aber im Studium für alle Lehramtstypen verbindlich verankert sein. Hierzu fehlen bisher die eindeutigen politischen Signale der schwarz-grünen Landesregierung.“

Wesentlich für eine Pädagogik der Vielfalt sei auch die Vielfalt im Kollegium. Die SPD-Fraktion erwarte deshalb zeitnah eine Beantwortung ihrer Kleinen Anfrage betreffend Verankerung von multiprofessionellen Teams an hessischen Schulen. (Drucksache 19/1557) Auch hier bestehe nach Ansicht von Degen Nachholbedarf in der Lehrerausbildung. Er forderte die Landesregierung auf, die Umsetzung der Empfehlungen für eine Schule der Vielfalt im Dialog zwischen Schulen, Lehrerbildung, Hochschulen und Ministerien zu gestalten.

Christoph Degen

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