Christoph Degen
Hessen

Position:

19. Januar 2015
Standpunkt

Berufsorientierung stärken

Gelnhäuser Tageblatt

Was bedeutet es zu arbeiten? Welche Berufe gibt es und für was interessiere ich mich? Viele Schülerinnen und Schüler beschäftigten genau diese Fragen. Wie eine im November veröffentlichte Studie der Vodafone Stiftung Deutschland zeigt, fühlen sich viele von ihnen aber beim Thema Berufswahl zu wenig informiert.

So beklagt mehr als ein Drittel zu wenig über ihre beruflichen Möglichkeiten zu wissen. Dies betrifft vor allem diejenigen, die eine Schule ohne gymnasiale Oberstufe besuchen. Die Angebote des Arbeitsamts werden nur selten genutzt, wie aus der Studie hervorgeht. Gymnasiasten beklagen vor allem, dass sie nicht ausreichend über die bestehenden Studienangebote informiert werden. Die Berufswahl wird bei ihnen erst mal aufgeschoben. Doch nicht jeder, der Abitur macht, muss auch studieren. Ausbildung kann eine Alternative sein, denn Auszubildende werden stetig gesucht.

Viele Schülerinnen und Schüler orientieren sich bei der Berufswahl an Eltern, Freunden oder Bekannten. Dadurch werden jedoch auch soziale Unterschiede durch Generationen hinweg weitergetragen, denn soziale Herkunft und Berufswahl sind noch immer eng miteinander verknüpft. Zudem orientieren sich Schüler vermehrt an den Berufen ihrer Väter, Schülerinnen an ihren Müttern. Das trägt oft dazu bei das bestehende Rollenbilder erhalten bleiben.
Sei es im Gymnasium oder an Schulen ohne gymnasiale Oberstufe: Um für faire Chancen bei der Berufswahl zu sorgen und mit alten Rollenmustern sowie sozialer Ungleichheit zu brechen, müssen mehr Angebote zur Berufsorientierung in Schule und Unterricht mit einfließen.

Christoph Degen

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