Christoph Degen
Hessen

Position:

27. November 2014
Standpunkt

Vorlesen wirkt

Gelnhäuser Tageblatt

Jedem dritten Kind in Deutschland wird zuhause nicht vorgelesen. Das ist das traurige Ergebnis einer Studie der Stiftung Lesen, die im Oktober veröffentlicht wurde. Dabei ist Vorlesen besonders wichtig für die kindliche Entwicklung. Es weckt das Interesse an Literatur, ist eine wichtige Voraussetzung für das Lernen und beeinflusst das Ausdrucksvermögen maßgeblich.

Mit dem Vorlesen fördern Eltern nicht nur die kognitiven Kompetenzen ihrer Kinder, sondern sie tragen auch dazu bei, dass ihre emotionalen und sozialen Fähigkeiten gestärkt werden. Durch verschiedene Geschichten können Kinder viel über Hilfsbereitschaft und Verständnis für Probleme lernen. Mit den Abenteuern aus Büchern wird ihre Phantasie angeregt und sie erweitern ihren Horizont. Zusätzlich kann das Vorlesen den Kindern helfen Schwierigkeiten im realen Leben besser zu bewältigen. Durch das Gelesene oder Gehörte werden Gespräche angeregt und die familiäre Bindung gefördert. Eltern können Bücher gezielt nutzen, um ihren Kindern durch schwierige Situationen zu helfen.

Darüber hinaus ist das Vorlesen wichtig für die schulische Leistung der Kinder und unterstützt eine gute ganzheitliche Entwicklung. Es stärkt die Kommunikationsfähigkeit und ist ein gutes Training für Ausdauer und Konzentration. So besteht ein enger positiver Zusammenhang zwischen dem Vorlesen in der Kindheit und den späteren Leistungen in der Schule. Je öfter Eltern ihren Kindern vorlesen oder Geschichten erzählen, umso größer ist auch die Wirkung auf die Kinder und umso mehr können sie auch später davon profitieren.

Christoph Degen

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