Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

14. November 2014

Betreuungssituation von Grundschülern im Main-Kinzig-Kreis – Land Hessen kommt seiner Verpflichtung nicht nach

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen (Neuberg) hält den im schwarz-grünen Koalitionsvertrag verankerten „Pakt für den Nachmittag“ für einen Ganztagsschulausbau zum Spartarif. Anstatt pädagogisch durchdachte echte Ganztagsschulen zu schaffen, sollen lediglich Betreuungsangebote auf den bisherigen Schultag draufgesattelt werden. Hessen werde nach Ansicht des Landtagsabgeordneten mit seinem Sparpakt im Ländervergleich weiter Schlusslicht bei Ganztagsschulen in Deutschland bleiben.

Im September 2015 startet der Pakt in 6 Pilotregionen. Im Main-Kinzig-Kreis greife er frühestens zum Schuljahresbeginn 2016/2017. Der Bedarf der Eltern nach einem Ausbau zu Ganztagsschulen bestehe aber heute, so der Sozialdemokrat Degen.

Aktuell können nur rund 27% aller im Kreis lebenden Sechs- bis Zwölfjährigen an Hort oder betreuender Grundschule teilnehmen. „Das ist eindeutig zu wenig“, so Christoph Degen. „Die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis unternehmen größte Anstrengungen, um den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden. Die Belastungsgrenze in Hinblick auf Infrastruktur und Finanzierbarkeit ist längst erreicht. Dass sich das Land weiter auf Kosten der Kommunen saniert, muss ein Ende haben. Schule und somit auch Ganztagsschule ist eine ureigene Aufgabe des Landes“.

Es könne nicht sein, dass die schwarz-grüne Landesregierung nur bis 14.30 Uhr in der finanziellen Verantwortung stehen will. Dann ist der Nachmittag noch nicht vorbei und der Bedarf der Familien nicht gedeckt. Weitere Betreuungsangebote bis 17.00 Uhr sollen nach dem Wunsch der schwarz-grünen Landesregierung von den Kommunen und den Eltern finanziell getragen werden.

„Der Pakt für den Nachmittag schafft keine echten Ganztagsschulen. Nur echte Ganztagsschulen haben das Potenzial, Kinder besser individuell zu fördern und damit auch den Bildungserfolg benachteiligter Schüler stärker von ihrem sozialen Hintergrund zu entkoppeln“, so Degen. Dies dürfe aber nicht zu Lasten der Kommunen und Familien gehen. Im Artikel 59 der Hessischen Verfassung stehe „In allen öffentlichen Grund- Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich“. „Dies“, so Christoph Degen, „muss auch für den Pakt am Nachmittag gelten.“

Die SPD fordert die Landesregierung auf, nicht am Bedarf vorbei zu planen, sondern in mehr echte Ganztagsschulen zu investieren.


Christoph Degen

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