Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

22. Mai 2014
Schulgesetz

Christoph Degen: Landesregierung provoziert mit neuem Schulgesetz Chaos an Hessens Schulen

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion hat die schwarz-grüne Landesregierung für das vorgelegte Schulgesetz scharf kritisiert. „Der Eindruck, dass Schwarz-Grün gar keine Rückkehr zu G9 will, erhärtet sich. Kein einziger der zahlreichen Verbesserungsvorschläge wird berücksichtigt, um aus dem G9-Verhinderungsgesetz ein G9-Ermöglichungsgesetz machen zu können“, sagte Degen am Donnerstag in Wiesbaden.

Warum Binnendifferenzierung, also G8 und G9 in einer Klasse, nach wie vor als sinnvolle Alternative zum hürdenreichen Parallelmodell G8/G9 verweigert werde, bleibe schleierhaft. „Das Lernen in verschiedenen Geschwindigkeiten innerhalb einer Klasse ist nicht nur in Integrierten Gesamtschulen Gang und Gäbe. Auch im Rahmen der inklusiven Beschulung sowie in Kombikursen an Oberstufen ist dies üblich“, so der SPD-Bildungspolitiker. Da die G8-Schüler somit ihren Bildungsgang fortsetzen könnten und lediglich ein Jahr früher in die Oberstufe wechseln würden, sei der Vertrauensschutz gewahrt.
„So wie das Gesetz verabschiedet wird, wird es nicht funktionieren. Der Elternwille wird hinten angestellt. In vielen Fällen würden Eltern gar nicht erst gefragt. Der Zwang zur Einstimmigkeit blockiert rückkehrwillige Jahrgänge. Anstatt so viele G9-Klassen zu bilden wie möglich, reicht eine Neinstimme, um die Rückkehr eines ganzen Jahrgangs zu G9 zu blockieren. Der schwarze Peter wird von der Landesregierung an die Schulen abgeschoben. Die Schulgemeinden werden gespaltet“, so Degen. Sollte es tatsächlich zu einer Aufteilung der Jahrgänge in G8- und G9-Klassen kommen, würden bestehende Schulklassen zerrissen, anstatt auf gewachsene Sozialstrukturen in Hessens Schulen Rücksicht zu nehmen. „Dieses Gesetz ist handwerklich schlecht“, kritisierte Degen, „es macht mehr kaputt, als dass es unsere Schulen voran bringt. Auch wenn wir Sozialdemokraten keine Freude von G8 sind, die Verantwortung für ein Gesetz, das solch ein Chaos und Unfrieden an Hessens Schulen bringt, lehnen wir ab“, so der SPD-Politiker.

Christoph Degen

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