Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

07. April 2014

Christoph Degen: Medienkompetenz fördern anstatt pauschaler Verbote

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen hat angesichts der jüngsten Studie von hr-info in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt einen Leitfaden zum persönlichen Umgang von Lehrkräften mit Schülerinnen und Schülern in sozialen Netzwerken als „überfällig“ bezeichnet und die Förderung von Medienkompetenz angeregt. Nach der Studie seien 60 Prozent der befragten Eltern schulpflichtiger Kinder und die Hälfte aller befragten Erwachsenen insgesamt für ein Verbot, Facebook für Unterrichtszwecke an hessischen Schulen zu nutzen, etwa um Hausaufgaben zu verteilen oder Klausuren vorzubereiten. „Die Mitgliedschaft in einem kommerziellen sozialen Netzwerk darf nicht Voraussetzung zur Teilhabe am Unterricht oder zum Empfang amtlicher Mitteilungen sein. Der souveräne Umgang mit modernen Kommunikationstechnologien ist zweifelsfrei eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation in unserer vernetzten Gesellschaft. Ein pauschales Verbannen einzelner sozialer Netzwerke ist daher eher eine Verzweiflungstat als ein Lösungsansatz. Viel wichtiger sind Aufklärung über Datenschutz und pädagogische Unterstützung beim Umgang des Internets und sozialer Netzwerke. Der rasante Aufstieg der Smartphones, der Tablet-PCs und sozialer Netzwerke wie Facebook mache auch vor Hessens Schulen keinen Halt“, sagte Degen am Montag in Wiesbaden.

Gefahren bestünden vor allem in Phänomenen wie Cybermobbing und Sexting, die eine zunehmende Belastung des Schulklimas darstellten. Das stelle die Pädagogik vor eine immense Herausforderung, deren Bewältigung nicht allein Aufgabe der Lehrkräfte sein kann. Schülerinnen und Schüler müssten in der Schule wie im Elternhaus über die Risiken digitaler Plattformen aufgeklärt werden. „Medienkompetenz muss deshalb viel stärker im Schulalltag, in der Lehreraus- und fortbildung sowie auf Elternabenden thematisiert werden. Auch der Einsatz von Jugendlichen als „Medien-Scouts“, die ihre jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler beim sicheren Umgang mit dem Internet unterstützen, ist eine von vielen guten Ideen auf dem Weg hin zu mehr Medienkompetenz an Hessens Schulen“, so der SPD-Bildungsexperte.


„Politik und Schulverwaltung müssen eingestehen, dass es hier keine starren, einmaligen Patentrezepte geben kann, sondern dass sich die digitale Welt ständig weiterentwickelt. Viel wichtiger als einmalige Fortbildungsveranstaltungen sind in allen Schulen verankerte Netzwerke, die eine kontinuierliche Beratung aller Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Eine Freistellung von Lehrkräften nur für die Pflege von IT-Infrastruktur reicht nicht aus. Vielmehr müssen Schulen bei der Entwicklung eigener medienpädagogischer Konzepte stärker unterstützt werden“, sagte Degen.

Christoph Degen

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