Christoph Degen
Hessen

Pressemitteilung:

31. Mai 2017
Pakt für den Nachmittag

Christoph Degen: Wo Schule drauf steht, muss auch Schule drin sein

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, hat heute in der Debatte im Hessischen Landtag den Pakt für den Nachmittag als „schwarz-grüne Mogelpackung mit geringem pädagogischem Mehrwert“ bezeichnet. Degen sagte dazu: „Bildung muss kostenfrei sein – von der Kita bis zur Hochschule. Der Pakt für den Nachmittag, der verlässliche Betreuung und Bildung für Grundschulkinder bieten soll, ist das Gegenteil. Er führt nicht zu einer Entlastung, sondern erheblichen finanziellen Belastung von Eltern und Kommunen.“

Statt mehr Zeit für Bildung sei der Pakt nicht mehr als eine kostenpflichtige Betreuung in den Räumen der Schulen. Statt mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe zu schaffen, schrecke er finanziell schwäche Familien von einer Teilnahme ab. Statt Kostenfreiheit sei er nichts anderes als die Einführung von Schulgeld durch die Hintertür.
Trotz aller Werbung seitens der Landesregierung für den Pakt hätten sich bisher nur wenige Grundschulen für die Teilnahme erwärmen können. Von fast 1.200 Grundschulen seien gerade einmal 122 Schulen im Pakt, 88 davon seien schon längst vorher im Ganztagsprogramm des Landes gewesen. Auch die übrigen seien meist vorher schon betreuende Grundschulen gewesen. „Schwarz-grün bringt ein neues Türschild an, legt aber kein pädagogisches Gesamtkonzept vor“, sagte Degen. Die Landesregierung habe aufgrund eines Berichtsantrags der SPD kürzlich einräumen müssen, dass die Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten unter systematischer Einbettung von Förderangeboten in der bisherigen Schulpraxis vieler Pakt-Schulen noch nicht im gewünschten Maße umgesetzt werde.

„Gute Ganztagsschulen verteilen Lernen, Lehren und Entspannung über den ganzen Tag und verbinden Angebote informellen Lernens mit dem Fachunterricht. Für eine qualitativ gute Ganztagsbeschulung ist jedoch die Gewährung ausreichender personeller Ressourcen erforderlich, die Schulen tatsächliche Anreize bieten sich weiterzuentwickeln. Eine Zuweisung von 0,0094 Lehrerstellen pro Schüler für eine Betreuung an Schulen zur Verfügung zu stellen, ohne den tatsächlichen Förderbedarf im Blick zu haben, reicht nicht. Durch den Pakt für den Nachmittag wird keine einzige echte Ganztagsschule in Hessen geschaffen. Wo Schule drauf steht, muss auch Schule drin sein“, sagte der Bildungsexperte.

Christoph Degen

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