Christoph Degen
Hessen

Position:

21. April 2018
Kolumne

Danke, Landesschülervertretung!

Hanauer Anzeiger

Vergangen Woche hat die Landesschülervertretung das Ergebnis einer von ihr durchgeführten Umfrage veröffentlicht. Das Ergebnis ist schockierend. Demnach fallen täglich 16.500 Unterrichtsstunden an hessischen Schulen aus. Es spricht für die Schülerinnen und Schüler, dass sie angesichts von Unterrichtsausfall nicht „Hurra!“ rufen, sondern sich Sorgen um ihre Bildung und die ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler machen. Der Kultusminister allerdings, der seit Monaten auf Anfragen der Opposition antwortet, er hätte überhaupt keine Zahlen zum Unterrichtsausfall und auch jede Initiative ablehnte sich darüber ein Bild zu verschaffen, ist in der Zwickmühle. Nun nämlich behauptet er die Zahlen der Landesschülervertretung seien falsch. Da frage ich mich: Was nun? Hat er keine Zahlen ODER weiß er es besser? Beides gleichzeitig geht nicht. „Minister Ahnungslos“ widerspricht sich am laufenden Band selbst. Offenbar weiß oder ahnt er zumindest schon lange, dass es keineswegs so rosig an unseren Schulen läuft, wie CDU und Grüne behaupten. Dank der Landesschülervertretung und vieler Rückmeldungen von Eltern, die ich immer wieder erhalte, ist diese Luftblase nun aber geplatzt. Die Strategie „Nichts sehen, nichts hören, nichts wissen“ greift nicht mehr. Unterrichtsausfall, fachfremder Unterricht, Lehrermangel und Überlastungsanzeigen sind längst keine Seltenheit mehr an hessischen Schulen. Die von der CDU erfundene sogenannte „Unterrichtsgarantie“ ist genauso ein Rohrkrepierer geworden wie das „staufreie Hessen“.

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17. März 2018
Kolumne

Das Märchen vom planmäßigen Unterricht

Gelnhäuser Nachrichten

Was lernen Schülerinnen und Schüler an einem Tag, an dem die ersten zwei Schulstunden ausfallen, die dritte und vierte Sport unterrichtet wird, danach zwei Schulstunden nur eine Beaufsichtigung gegeben ist und der Nachmittagsunterricht dann wieder ausfällt? Seit Monaten höre ich von Eltern solche und ähnliche Szenarien der Schultage ihrer Kinder. Unterrichtsausfall ist dabei nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Eltern suchen in ihrer Not gar auf Facebook selbst nach qualifizierten Vertretungskräften.

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27. Januar 2018
Kolumne

Hessen vorn, vor allem im Stau

Hanauer Anzeiger

Nun steht er fest, der Landtagswahltermin. Am 28. Oktober wird ein neuer Landtag gewählt. Mit dem Urnengang sind die Hessinnen und Hessen auch aufgerufen über Änderungen der Hessischen Verfassung abzustimmen. Zur Abstimmung wird dann voraussichtlich auch die Frage stehen, ob die Errichtung und der Erhalt der Infrastruktur als weiteres Staatsziel in der Verfassung verankert werden sollen. Ich befürworte dies, denn was eigentlich Selbstverständlichkeit sein sollte, wird in Hessen seit 20 Jahren vernachlässigt.

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30. Dezember 2017
Kolumne

Musikalische Bildung sichern

Hanauer Anzeiger

Mit der Landtagswahl im Herbst 2018 sind alle Bürgerinnen und Bürger Hessens aufgerufen auch über Änderungen unserer Verfassung abzustimmen. Geplant ist u.a. die Förderung der Kultur als Staatsziel zu verankern. Diesen Vorschlag unterstütze ich ausdrücklich und will dies am Beispiel der Musik verdeutlichen. Musik ist weit mehr als die Abfolge von Tönen. Sie ist Teil unseres kulturellen Erbes, sie ist eine Sprache, die jeder versteht. Sie ist Kunst und vieles mehr. Musik hat auch Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und das Lernverhalten, ebenso auf Emotionen. So kann Musik bei Kindern Angst und Aufregung lindern oder sie wacher und aufnahmefähiger machen.

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23. Dezember 2017
Kolumne

Wertvolle Chancen vergeben

Gelnhäuser Nachrichten

Gebt Kindern ausreichend Zeit zum Lesen. Das ist eine zentrale Forderung der aktuellen Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU). Während Schülerinnen und Schüler in Deutschland 87 Stunden pro Jahr speziell mit Leseunterricht und Leseaktivitäten verbringen, liegt der internationale Mittelwert bei 156 Stunden. So verlässt laut Studie jedes fünfte Kind die Grundschule, ohne richtig lesen zu können. Das spricht nicht dafür, dass die derzeitigen Sprachförder- und Lernkonzepte greifen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass in anderen Ländern die Grundschule nicht um 12 oder 13 Uhr endet, sondern dort Ganztagsschulsysteme bestehen.

Christoph Degen

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